Grundlagen
Speedtest-Werte verstehen und einordnen
Was Download, Upload, Ping und Jitter bedeuten, warum Mbit/s nicht MB/s ist und wie du dein Ergebnis mit dem Tarif vergleichst.
Inhalt
Nach dem Speedtest stehen vier Zahlen auf dem Bildschirm, doch was bedeuten sie? Dieser Ratgeber erklärt Download, Upload, Ping und Jitter, räumt mit der häufigen Verwechslung von Mbit/s und MB/s auf und zeigt, wie du dein Ergebnis einordnest.
Die vier Kennzahlen im Überblick
Ein Speedtest liefert vier Werte, die jeweils einen anderen Aspekt deiner Verbindung beschreiben.
Der Download gibt an, wie schnell Daten zu dir kommen. Er zählt für Surfen, Streaming und große Downloads und wird in Megabit pro Sekunde angegeben, in unserem Test mit dem Dezimalpräfix: 1 Mbit/s entspricht 1.000.000 Bit pro Sekunde.
Der Upload beschreibt, wie schnell Daten von dir weg zum Server gehen. Er zählt für Videocalls, Cloud-Uploads und große Dateien.
Der Ping misst die Antwortzeit, also wie lange eine kurze Anfrage für Hin- und Rückweg braucht. Unser Test schickt mehrere Anfragen an den Messserver und zeigt den Median. Er wird in Millisekunden angegeben.
Der Jitter ist die Schwankung dieser Antwortzeit. Der Test berechnet ihn als mittlere Abweichung aufeinanderfolgender Ping-Werte. Einzelne Ausreißer fallen dabei kaum ins Gewicht.
↓
Download Empfangen
↑
Upload Senden
ms
Ping Antwortzeit
±
Jitter Schwankung
Mbit/s gegen MB/s: die häufigste Verwechslung
Internetgeschwindigkeit wird in Megabit pro Sekunde angegeben, kurz Mbit/s. Dateigrößen auf deinem Rechner stehen dagegen in Megabyte, kurz MB. Dazwischen liegt der Faktor acht, denn ein Byte besteht aus acht Bit.
Liefert dein Anschluss also 100 Mbit/s, lädst du rund 12,5 Megabyte pro Sekunde herunter. Daher kommt oft der Eindruck, der Download sei langsamer als versprochen, obwohl alles korrekt läuft: Der Browser zeigt den Fortschritt in Megabyte, beworben wird in Megabit.
Acht Bit ergeben ein Byte. Wer das im Kopf hat, erkennt, ob der Download langsam ist oder nur falsch gelesen wurde.
Welcher Ping gut ist
Beim Ping gilt: je niedriger, desto besser. Für Gaming, Videocalls und ein flottes Surfgefühl ist er oft wichtiger als ein riesiger Download. Die folgende Skala sind Faustwerte der Redaktion, keine Norm.
| Ping-Bereich | Einordnung | Spürbar bei |
|---|---|---|
| unter 20 ms | Sehr gut | Kompetitives Gaming, alle Echtzeit-Anwendungen |
| 20 bis 50 ms | Gut | Videocalls, normales Gaming, flüssiges Surfen |
| 50 bis 100 ms | Ausreichend | Bei schnellen Spielen merkbar |
| über 100 ms | Spürbar verzögert | Deutlicher Lag, träge Reaktion |
Über Mobilfunk oder bei großer Entfernung zum Server liegt der Ping oft höher. Unser Test misst gegen die Messserver von Cloudflare und zeigt die Antwortzeit dorthin, nicht zu deinem Spieleserver.
Warum der Upload oft kleiner ist als der Download
Viele fragen sich, warum der Upload deutlich niedriger ausfällt. Das ist meist kein Defekt, sondern Absicht: Klassische Anschlussarten wie DSL, VDSL und Kabel sind asymmetrisch ausgelegt, weil die meisten Haushalte mehr herunterladen als hochladen. Bei Glasfaser hängt das Verhältnis von Anbieter und Tarif ab, es ist nicht überall symmetrisch. Wer viel in die Cloud sichert, im Homeoffice große Dateien versendet oder Videos hochlädt, sollte beim Tarif auf den Upload achten.
Was die Technik hergibt
Die Anschlussart setzt eine Obergrenze. Laut Wikipedia erreicht ADSL2+ technisch bis zu 25 Mbit/s im Download und 3,5 Mbit/s im Upload, VDSL bis zu 50 und 10 Mbit/s, VDSL2 im Profil 35b bis zu 300 und 50 Mbit/s. Das sind technische Obergrenzen, keine Tarifwerte. Was Kabel und Glasfaser liefern und wie sich die Techniken unterscheiden, erklärt der Vergleich von DSL, Kabel und Glasfaser. Was dein Anschluss tatsächlich liefert, hängt außerdem von Leitung, Tarif und Auslastung ab. Die DSL-Anleitung und der Glasfaser-Ratgeber gehen auf die Besonderheiten ein.
Ergebnis mit dem Tarif vergleichen
Im Rahmen „Dein Tarif (optional)“ trägst du bei „Gebuchter Download“ den Download-Wert aus deinem Vertrag ein, bei „Gebuchter Upload“ optional den Upload. Der Test zeigt das Ergebnis dann zusätzlich in Prozent vom Tarif: ab 90 % „entspricht dem Tarif“, von 50 bis 89 % „unter dem Tarif“, unter 50 % „deutlich unter dem Tarif“. Die Schwellen sind eine Orientierung und kein Rechtsmaßstab. Ohne Tarifangabe zeigt der Test unter „Wofür reicht diese Verbindung?“, ob das Ergebnis für Streaming in Full HD und 4K sowie für Videokonferenzen in 720p und 1080p reicht. Für Online-Gaming und Homeoffice gibt der Test keine Einordnung aus. Netflix nennt zum Beispiel 5 Mbit/s für Full HD und 15 Mbit/s für 4K.
Liegt dein Wert deutlich unter dem Tarif?
Dann lohnt sich Ursachenforschung. Oft liegt es am WLAN, an einem überlasteten Router oder an Hintergrundprozessen. Wie du das eingrenzt, steht im Beitrag Langsames Internet: Ursachen und Lösungen. Ob du über Funk oder Kabel misst, macht laut WLAN gegen LAN einen großen Unterschied. Wie du sauber misst, erklärt der Ratgeber Internet-Geschwindigkeit messen.
Was der Test nicht misst
Unser Test misst keinen Paketverlust, erkennt keine Anschlussart und wählt keinen Serverstandort. Er zeigt Download, Upload, Ping und Jitter von diesem Gerät und dieser Verbindung zu den Messservern von Cloudflare. Für das Minderungsrecht nach § 57 Abs. 4 TKG ist die Messkampagne der Bundesnetzagentur der vorgesehene Nachweisweg. Den Test startest du jederzeit kostenlos und ohne Anmeldung auf dsl-messen.de.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Mbit/s und MB/s?
Mbit/s misst Megabit pro Sekunde, MB/s Megabyte pro Sekunde. Ein Byte besteht aus acht Bit, also teilst du den Mbit-Wert durch acht. 100 Mbit/s entsprechen rund 12,5 MB/s an reiner Datenmenge.
Welcher Ping ist gut?
Als Faustwerte der Redaktion, nicht als Norm: unter 20 Millisekunden sehr gut, 20 bis 50 gut, 50 bis 100 ausreichend, über 100 Millisekunden spürbar verzögert. Für Gaming und Videocalls ist ein niedriger, stabiler Ping wichtiger als ein hoher Download.
Warum ist mein Upload so viel kleiner als der Download?
Viele Tarife sind asymmetrisch ausgelegt, weil die meisten Nutzer mehr herunterladen als hochladen. Bei Glasfaser hängt das Verhältnis vom Anbieter und Tarif ab, es ist nicht immer symmetrisch.
Was bedeutet Jitter?
Jitter ist die Schwankung der Antwortzeit. Unser Test berechnet ihn als mittlere Abweichung aufeinanderfolgender Ping-Werte, einzelne Ausreißer fallen kaum ins Gewicht. Ein niedriger Jitter sorgt für stabile Videocalls, ein hoher führt zu Aussetzern trotz gutem Ping.
Wie viel Mbit/s brauche ich für 4K-Streaming?
Netflix nennt für 4K (Ultra HD) 15 Mbit/s oder höher pro Stream, für Full HD 5 Mbit/s. Streamen mehrere Geräte gleichzeitig, addiert sich der Bedarf.
Quellen
Über die Autorenschaft
Mateusz Viola
Betreiber und redaktionelle Verantwortung dsl-messen.de
Themengebiet: Funktionsweise des Speedtests, richtig messen, Werte deuten
Mehr über Mateusz Viola →Verwandte Artikel
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