So funktioniert der Speedtest
Der Test misst in drei Schritten. Zuerst kommt der Ping: Dafür schickt dein Browser mehrere kurze Anfragen an den Messserver und misst, wie lange die Antwort braucht. Angezeigt wird der Median dieser Laufzeiten. Aus den Unterschieden zwischen aufeinanderfolgenden Pings entsteht der Jitter, also die mittlere Schwankung der Antwortzeit. Danach folgt der Download, bei dem der Browser Testdaten vom Messserver abruft, und zuletzt der Upload, bei dem er Testdaten dorthin sendet. Die Ergebnisse stehen in Mbit/s (1 Mbit/s entspricht 1.000.000 Bit pro Sekunde), ohne Aufschläge und ohne Schönung.
Als Gegenstelle dienen die Messserver von Cloudflare (speed.cloudflare.com). Die Messung läuft per HTTP(S) im Browser. Sie zeigt deshalb die Geschwindigkeit dieses Geräts und dieser Verbindung (WLAN oder LAN) zum Messserver, nicht isoliert die Leitung deines Anbieters. Wie genau gemessen wird, steht auf der Seite Methodik.
Ergebnis einordnen: mit und ohne Tarifangabe
Im Rahmen Dein Tarif (optional) trägst du bei Gebuchter Download ein, was laut Vertrag als Maximum im Download gilt, bei Gebuchter Upload optional den Upload. Dann zeigt der Test unter „Vergleich mit deinem Tarif“ dein Ergebnis zusätzlich in Prozent vom Tarif und ordnet es in Worten ein: ab 90 % „entspricht dem Tarif“, von 50 bis 89 % „unter dem Tarif“, unter 50 % „deutlich unter dem Tarif“. Diese Schwellen sind eine Orientierung und kein Rechtsmaßstab.
Ohne Tarifangabe zeigt der Test unter Wofür reicht diese Verbindung?, ob das Ergebnis für Streaming in Full HD und 4K sowie für Videokonferenzen in 720p und 1080p reicht. Je höher die Geschwindigkeit, desto besser fällt die Einordnung aus, nie schlechter. Die Richtwerte dahinter stammen aus den Angaben der Dienste selbst: Netflix nennt in seiner Hilfe 5 Mbit/s für Full HD und 15 Mbit/s für 4K. Mit GO beginnt die Messung, mit Messung abbrechen stoppst du sie, und Neue Messung wiederholt sie. Unter Test-Verlauf stehen die letzten Messungen aus deinem Browser (bis zu 10). Du kannst sie mit CSV speichern (Semikolon-getrennt, für Excel) oder mit Verlauf löschen entfernen. Das Ergebnis lässt sich mit Ergebnis kopieren übernehmen. Schlägt eine Messung fehl, hilft Erneut versuchen.
Warum eine einzelne Messung wenig sagt
Besonders bei DSL und VDSL hängt die Geschwindigkeit von Leitungslänge und Auslastung ab, und am Abend teilen sich viele Haushalte dieselben Netzabschnitte. Miss deshalb mehrmals an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Tageszeiten und vergleiche die Werte mit deinem Tarif. Für die Messung selbst gilt: LAN-Kabel statt WLAN, andere Downloads und Streams beenden, VPN ausschalten.
DSL, VDSL, Kabel oder Glasfaser: Was der Anschluss technisch hergibt
Die Anschlussart setzt die Obergrenze. ADSL2+ schafft technisch bis zu 25 Mbit/s im Download, VDSL2 bis zu 300 Mbit/s (Profil 35b), im Tarifangebot sind bei VDSL meist 250 Mbit/s das Maximum. Kabelanschlüsse erreichen bis 1.000 Mbit/s, Glasfaser-Tarife reichen je nach Anbieter bis 1.000 Mbit/s und darüber. Dein Test erkennt die Anschlussart nicht und fragt sie auch nicht ab. Er zeigt, was bei dir ankommt. Ob das zum Anschluss passt, siehst du am Tarif im Vertrag. Einen Überblick mit Quellen gibt der Ratgeber DSL, Kabel oder Glasfaser.
Download, Upload und Ping: Was bedeuten die Messwerte?
Die Download-Geschwindigkeit gibt an, wie schnell Daten aus dem Internet auf dein Gerät kommen. Sie zählt für Streaming, Webseiten, Downloads und Updates. Die Angabe erfolgt in Megabit pro Sekunde (Mbit/s), nicht zu verwechseln mit Megabyte pro Sekunde (MB/s): 8 Mbit/s entsprechen 1 MB/s. Eine Datei mit 100 MB braucht bei 50 Mbit/s also etwa 16 Sekunden.
Die Upload-Geschwindigkeit beschreibt die Gegenrichtung, von deinem Gerät ins Internet. Sie zählt für Videokonferenzen, Cloud-Uploads, große E-Mail-Anhänge und Live-Streaming. Bei vielen Privat-Tarifen liegt sie deutlich unter dem Download. Für Videokonferenzen nennt Zoom in den Systemanforderungen 1,2 Mbit/s für einen HD-Anruf und 3,8 Mbit/s Upload für Gruppenvideo in 1080p.
Der Ping misst die Antwortzeit in Millisekunden. Er ist vor allem für Online-Gaming und Videoanrufe wichtig. Als Faustwerte der Redaktion, nicht als Norm: unter 20 ms sehr gut, 20 bis 50 ms gut, 50 bis 100 ms ausreichend, über 100 ms spürbar verzögert. Ein teurerer Tarif senkt den Ping kaum, er hängt vor allem von Anschlusstechnik und Entfernung zum Server ab.
Jitter: Warum schwankende Antwortzeiten stören
Der Jitter zeigt, wie gleichmäßig die Antworten eintreffen. Der Test berechnet ihn als mittlere Abweichung aufeinanderfolgender Ping-Werte, einzelne Ausreißer fallen dabei kaum ins Gewicht. Als Faustwerte: unter 10 ms ist ruhig, über 30 ms können Sprachanrufe stocken und Spiele ruckeln. Dauerhaft hohe Werte sind ein Hinweis, nach Ursachen im Heimnetz oder beim Anbieter zu suchen.
Den Paketverlust misst dieser Test nicht. Wer ihn prüfen will, braucht dafür andere Werkzeuge, etwa die Diagnose im Router oder eine Messung mit einer separaten Software.
WLAN oder LAN: Warum das Kabel für den Speedtest zählt
Über WLAN teilen sich alle Geräte im Haushalt die Funkbandbreite, und Wände, Decken und Störquellen (Mikrowellen, Bluetooth, Nachbarnetze) schwächen das Signal. WLAN 6 (802.11ax) schafft zwar theoretisch bis zu 9,6 Gbit/s, was im Alltag ankommt, hängt aber stark von Entfernung und Umgebung ab. Mit einem LAN-Kabel (mindestens Cat 5e für Gigabit) fällt die Funkstrecke als Fehlerquelle weg.
Wenn du wissen willst, was dein Anschluss liefert, miss deshalb per Kabel. Eine Messung über WLAN zeigt dagegen, was in diesem Raum über das Funknetz ankommt. Beides ist nützlich, nur beantworten die Werte unterschiedliche Fragen. Für die Verbesserung deines WLANs: Router zentral und erhöht aufstellen, bei kurzer Distanz das 5-GHz-Band nutzen und bei großen Wohnflächen ein Mesh-System erwägen.
Was beeinflusst die gemessene Geschwindigkeit?
Der Router ist eine häufige Ursache: Ältere Modelle unterstützen nicht immer die volle Bandbreite des Tarifs, empfehlenswert ist mindestens Wi-Fi 5 (802.11ac). Auch das Endgerät zählt, etwa ein Netzwerkadapter, der nur 100 Mbit/s kann. Dazu kommen andere Geräte im Haushalt, die gleichzeitig streamen oder laden, und die Auslastung im Netz des Anbieters am frühen Abend. Bei DSL und VDSL wirkt sich zusätzlich die Leitungslänge zum Verteilerkasten aus: Je länger die Kupferleitung, desto weniger Geschwindigkeit kommt an. Glasfaser bis in die Wohnung hat dieses Längenproblem nicht.
Tipps für saubere Messungen
Verbinde das Gerät per LAN-Kabel mit dem Router und schließe vorher alle Programme und Tabs, die Daten übertragen: Streaming, Cloud-Synchronisation, Updates, Downloads. Prüfe, dass auch andere Geräte im Haushalt gerade nichts Großes laden. Schalte ein VPN aus, denn es leitet den Verkehr über zusätzliche Server und verändert die Werte.
Wiederhole die Messung mehrmals und zu verschiedenen Tageszeiten, damit du ein Bild statt eines Einzelwerts hast. Wenn du darüber nachdenkst, dich beim Anbieter zu beschweren: Dieser Test ist dafür ein schneller Vorab-Check. Für das Minderungsrecht nach § 57 Abs. 4 TKG ist die Messkampagne der Bundesnetzagentur der vorgesehene Nachweisweg, mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Anbieter im Überblick
Welche Technik bei dir verfügbar ist, hängt von der Adresse ab, und Tarife ändern sich laufend. Deshalb steht hier keine Tarifliste. Auf den Seiten zu Telekom, Vodafone, O2, 1&1 und congstar findest du, welche Anschlusstechniken der jeweilige Anbieter anbietet, wie du misst und wie du eine Störung meldest. Aktuelle Tarife stehen immer auf der Seite des Anbieters. Eine Gesamtübersicht bietet die Anbieter-Seite.
Minderungsrecht: Was bei zu langsamem Internet gilt
Liefert ein Anschluss erheblich, kontinuierlich oder regelmäßig wiederkehrend weniger Geschwindigkeit als vertraglich vereinbart, können Verbraucher nach § 57 Abs. 4 TKG das Entgelt mindern oder den Vertrag außerordentlich kündigen. Festgestellt wird die Abweichung mit dem Messmechanismus der Bundesnetzagentur, das ist die Breitbandmessung mit der Desktop-App. Ein Browser-Speedtest wie dieser reicht dafür nicht.
Die Kriterien legt die Allgemeinverfügung 99/2021 der Bundesnetzagentur für das Festnetz fest. Die Messkampagne besteht aus 30 Messungen an drei Kalendertagen, jeweils 10 pro Tag, mit mindestens einem Kalendertag Abstand zwischen den Messtagen, innerhalb von 14 Tagen nach dem Start. Eine erhebliche Abweichung liegt vor, wenn mindestens eines davon zutrifft: Die vertraglich vereinbarte maximale Geschwindigkeit wird an mindestens zwei der drei Messtage nicht jeweils mindestens einmal zu 90 % erreicht. Die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit wird nicht in 90 % der Messungen erreicht. Die minimale Geschwindigkeit wird an mindestens zwei der drei Messtage unterschritten. Am Ende der Kampagne erstellt die App ein Messprotokoll, das du deinem Anbieter vorlegen kannst. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel hilft die Verbraucherzentrale.
Glasfaserausbau in Deutschland: Stand der Zahlen
Nach den Daten der Bundesnetzagentur im Gigabit-Grundbuch hatten Stand Juni 2025 42,9 % aller Haushalte einen Glasfaseranschluss bis ins Gebäude (FTTB) oder in die Wohnung (FTTH) oder konnten ihn kurzfristig einrichten lassen. Technologieübergreifend, also einschließlich modernisierter Kabelnetze, sind Gigabit-Anschlüsse für 79,0 % der Haushalte verfügbar. Das meldete das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung am 19.11.2025.
Regional sind die Unterschiede groß. Ob an deiner Adresse schnelleres Internet möglich ist, zeigt der Breitbandatlas im Gigabit-Grundbuch.